Kaufmännische Berufsschule Bank/Industrie Gesundheitskaufleute

 

Die Willy-Hellpach-Schule Heidelberg ist zentraler Standort für die schulische Ausbildung der Bank-, Industrie- und Gesundheitskaufleute sowie der Finanzassistenten.

Die Anforderungen, vor allem an die Dienstleistungsberufe der Bank- und Gesundheitskaufleute sowie der Industriekaufleute, haben sich stark verändert und unterliegen einem steten Wandel. So ist z.B. bei den Bankkaufleuten das verkäuferische Element besonders in den Vordergrund getreten. Außerdem wird von allen Mitarbeitern eine große Flexibilität und ein hohes Maß an Innovations- und Einsatzbereitschaft erwartet.

Diesen Veränderungen hat sich die Willy-Hellpach-Schule in der schulischen Berufsausbildung angepasst. Folglich spielt neben der Vermittlung der berufsfachlichen Kompetenz die Projektkompetenz eine große Rolle. Dadurch wird dem Auszubildenden die Möglichkeit gegeben, bei der Erarbeitung von wirtschaftlichen Problemfeldern eine erhöhte Selbstständigkeit und Eigeninitiative einsetzen zu können.

Auch der sozialen Kompetenz kommt besondere Bedeutung zu, um die Kooperationsbereitschaft der Schüler zu fördern. Im Rahmen von Kleingruppen sind z.B. Lösungsstrategien zu erarbeiten, deren Ergebnisse in der Großgruppe unter Einsatz verschiedener Techniken und Mittel mit dem Ziel präsentiert werden, den Auszubildenden zur Bewältigung für später auf ihn zukommende Aufgaben zu befähigen. Daneben wird in Plan- und Rollenspielen eine tiefe Einsicht in die Strukturproblematik komplexer Handlungsabläufe ermöglicht.

Bei der zunehmenden Globalisierung sind Fremdsprachenkenntnisse unerlässlich. Deshalb können die Schüler im Bank-, Industrie- sowie Gesundheitsbereich Englisch- und Spanischunterricht besuchen. Der differenzierte Sprachunterricht wird entsprechend der Vorbildung der Schüler klassenübergreifend jeweils in drei verschiedenen Niveaustufen angeboten. Diese Kurse können zu den national und/oder internationalen anerkannten Abschlüssen und dem KMK-Zertifikat Englisch führen. Das Sprachendifferenzierungsmodell wird von den Ausbildungsbetrieben sehr begrüßt.

Grundsätzlich wird die Lernortkooperation zwischen Vertretern der Ausbildungsbetriebe und der Willy-Hellpach-Schule intensiv gepflegt. So finden beispielsweise nach Berufen getrennte Pflegschaftssitzungen statt, bei denen unter anderem die von den Auszubildenden erarbeiteten Projekte präsentiert werden. Auch bei den mündlichen Prüfungen wirkt sich diese Kooperation sehr positiv aus.

Intensiver Kontakt besteht zwischen der Willy-Hellpach-Schule und der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar. Gemeinsame Betriebsbesuche werden durchgeführt sowie Seminare veranstaltet. Außerdem finden in der Willy-Hellpach-Schule die Zwischenprüfungen und unter Beteiligung vieler Kolleginnen und Kollegen als Prüferin oder prüfer schulübergreifend die „mündlichen“ Abschlussprüfungen der IHK statt.

 

 

Bericht einer Auszubildenden über den Ausbildungsberuf

Kauffrau/ Kauffmann im Gesundheitswesen

Geschichte und Bedeutung

Seit September 2002 wird der noch junge Ausbildungsberuf an der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg angeboten. Die erste Abschlussprüfung an unserer Schule fand im Sommer 2005 statt. Zurzeit werden fünf Klassen unterrichtet. Die Schüler kommen überwiegend aus Krankenhäusern und Pflegeheimen der Region. In dieser Berufsgruppe haben wir wachsende Schülerzahlen.

Lehrplaninhalte

Der Lehrplan der Kaufleute im Gesundheitswesen ist artverwandt mit dem Lehrplan der Industriekaufleute. Die Schüler werden für Verwaltungsaufgaben in Krankenhäusern, Pflegeheimen und sonstigen größeren Einrichtungen der Gesundheitsbranche ausgebildet. Neben den betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen werden unter anderem Spezialgebiete wie Krankenhausbuchführung und -finanzierung, Maßnahmen zum Schutz des Patienten, Qualitätsmanagement und rechtliche Besonderheiten im Krankenhaus behandelt. Ein eigenes Unterrichtsfach beschäftigt sich mit der Vermittlung von medizinischen Grundkenntnissen und der Abrechnung von stationären, teilstationären und ambulanten Leistungen.

In einem jährlich angebotenen Projekt üben die Schüler fachübergreifende Kompetenzen. Die Schüler wählen die Themen aus dem schulischen oder medizinischen Bereich, die sie über die Dauer eines Schuljahres jeweils in der Gruppe erarbeiten und präsentieren. Dabei arbeiten sie mit modernen Medien. Jeder Schüler erstellt während seiner Ausbildung mindestens eine Webseite, erstellt aufwendige Präsentationen mit dem MS-Office-Programmen, dreht und schneidet Filme selbst. Die Auszubildenden müssen das Projekt zeitlich strukturieren. Sie üben den Umgang im Team.

Schülerherkunft und Motivation

Schüler, die ihre Ausbildung als Kauffrau, -Kaufmann im Gesundheitswesen beginnen, haben ihre Entscheidung für diesen Beruf meist sehr bewusst getroffen. Sie sind gut informiert, arbeiten motiviert im Unterricht mit und streben mehrheitlich einen möglichst guten Berufsabschluss an. Einige Schüler nehmen große Entfernungen auf sich, um zu unserer Berufsschule zu gelangen. Auch bei Lehrern sind Schüler dieses Ausbildungsberufes sehr beliebt, da die Auszubildenden engagiert mitarbeiten, sich diszipliniert im Unterricht verhalten und aufgeschlossen am Unterrichtsgeschehen teilnehmen.